Etwa 60 Prozent aller Kinder leiden in den ersten sechs Lebensjahren einmal an einer akuten Mittelohrentzündung und werden sehr schnell mit Antibiotika behandelt.
Daten aus den USA zeigen, dass die breitflächige Impfung von Säuglingen gegen Pneumokokken eine wirksame Prävention gegen diese Ohrerkrankung darstellt. Dort sank die Häufigkeit der Mittelohrentzündungen um 43 Prozent. In einer deutschen Untersuchung sank sie immerhin um einen Fünftel. In einer italienischen Studie wurde durch die Impfung ebenfalls über ein Drittel weniger Erkrankungen verzeichnet.
Antibiotika nicht voreilig einsetzen
Bei Mittelohrentzündungen von Kindern werden zu schnell Antibiotika verschrieben, berichtet die Ärztezeitung in Deutschland. Diese seien nur nötig, wenn das betroffene Kind in den vergangenen 24 Stunden über 39°C Fieber hatte und/oder Ohrenschmerzen. Ebenso angewandt werden sollten Antibiotika bei deutlichem Krankheitsempfinden des kleinen Patienten sowie akuter Mittelohrentzündung in den ersten drei Lebensjahren. In allen anderen Fällen rät HNO-Arzt Professor Gerhard Greves, zunächst 24 bis 72 Stunden abzuwarten, da die Spontanheilungsquote mit abschwellenden Nasentropfen sehr hoch sei.
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