Alma Lanz
Um das Handicap „Hörbehinderung“ verstehen zu können, muss man zunächst wissen, wie das Ohr als zentrales Element unseres Gehörs funktioniert. Da der Hörvorgang äusserst komplex und das Ohr eines der kompliziertesten Organe des menschlichen Körpers ist, gebe ich hier nur eine möglichst kurze Beschreibung unserer Gehörorgane und ihrer Funktion.
Beim menschlichen Ohr lassen sich drei Teile benennen: Das äussere Ohr mit Ohrmuschel und Gehörgang, das Mittelohr mit Trommelfell und Gehörknöchelchen und das Innenohr mit Cochlea und Schallrezeptoren.

Die Geräusche, die wir täglich wahrnehmen, sind im Grunde nichts anderes als Schallwellen. Diese werden von der Ohrmuschel eingefangen, gelangen in den Gehörgang und treffen dort auf das Trommelfell, das durch die Wellen in Schwingung versetzt wird. Hinter dem Trommelfell liegt das Mittelohr, ein mit Luft gefüllter Raum, der die drei Gehörknöchelchen enthält: Hammer, Amboss und Steigbügel. Der Hammer ist mit dem Trommelfell verbunden, der Steigbügel durch eine dünne Membran mit dem Innenohr. Überr diese Knöchelchen wird der Schall verstärkt und ins Innenohr geleitet, wo der eigentliche Vorgang des „Hörens“ beginnt. Über die Membran zwischen Mittel- und Innenohr treffen die Schallwellen auf die Hörschnecke oder Cochlea. Die in der Cochlea vorhandene Flüssigkeit wird durch die Schallwellen in Bewegung versetzt. Die Bewegung der Flüssigkeit überträgt sich auf die winzigen Schallrezeptoren, auch Haarzellen genannt, die sich in tausendfacher (ca. 15'000) Ausführung in der Cochlea befinden. Diese Rezeptoren wandeln die durch Schallwellen ausgelösten Bewegungen in elektrische Impulse um, die durch den Hörnerv ins Gehirn geleitet werden. Das Gehirn entschlüsselt diese Impulse schliesslich und interpretiert sie als akustische Signale. Dieser hochkomplexe Vorgang läuft in Bruchteilen von Sekunden ab.
Bei hörbehinderten Menschen ist einer oder sind mehrere dieser Vorgänge gestört.
Sichtbar unsichtbar
Handicaps verständlich kommunizieren
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