Und plötzlich ist er da: Scheinbar aus dem Nichts tritt ein partieller oder kompletter Hörverlust ein – wie ein tauber Fleck im Ohr. Ein Hörsturz kann unerwartet und ohne Vorzeichen jeden treffen. Die richtigen Massnahmen sind entscheidend.
Die Ursachen eines Hörsturzes können ganz verschiedener Natur sein und oft können diese gar nicht geklärt werden, deshalb haftet dem Hörsturz etwas Mysteriöses an. Viele Betroffene berichten, dass abends noch alles wie gewohnt war und am nächsten Morgen hatten sie urplötzlich ein verändertes Hörempfinden, das sich anfühlte wie „Watte im Ohr“. Laut Definition ist immer nur ein Ohr betroffen und nur in äusserst seltenen Fällen beide. Mitunter können auch Geräusche wie Rauschen und Pfeifen als Begleitsymptome auftreten, die natürlich nur der Betroffene hört. Aussengeräusche werden bei einem Hörsturz nur noch schwach wahrgenommen.

Obwohl bei einem Hörsturz manchmal diese Begleitgeräusche wahrgenommen werden können, ist das Krankheitsbild ein völlig anderes als beim Tinnitus, bei dem Betroffene ein konstantes Geräusch – oft ist es ein Pfeifen – im Ohr wahrnehmen. Der Entstehungsmechanismus des Hörsturzes kann bis anhin vom Ärzten und Wissenschaftlern nicht genau ermittelt werden.
Auslöser und Prophylaxe
Stress – das ist einer der häufigsten Begleitfaktoren und wird bei Patienten immer wieder diagnostiziert, hierbei sind sich die Ärzte einig. Demnach sind Menschen, die grossen psychischen Belastungen ausgesetzt sind, viel eher von einem Hörsturz betroffen. Falls, wie von den meisten Fachärzten vermutet, eine Durchblutungsstörung im Innenohr den Hörsturz verursachte, dann gelten Übergewicht, erhöhte Blutfettwerte, Rauchen und Fettstoffwechselstörungen als Risikofaktoren. Es darf überdies nicht vergessen werden, dass viele Menschen einer ständigen Lärmbelastung ausgesetzt sind und die konstanten Umweltgeräusche stetig zunehmen. Überall, ob in Kaufhäusern oder in der Warteschlange am Telefon, muss sich das Gehör ständig berieseln lassen. Anders als die Augen kann sich das Ohr aber nicht einfach ‚verschliessen’, um sich auszuruhen.
Behandlung und Heilung
Die Chance auf eine Spontanheilung liegt bei etwa 50 Prozent und ist demnach ziemlich hoch. Trotzdem empfiehlt es sich, so schnell als möglich einen Arzt aufzusuchen, ansonsten steigt das Risiko einer dauerhaften Schwerhörigkeit. Hals-Nasen-Ohren-Ärzte sind bei solchen Belangen sicher die richtige Adresse.
Der Hörsturz wird der Wissenschaft auch noch in Zukunft viel zu erforschen geben. Die zurzeit existierenden Studien sind noch immer dürftig und die Ursachen und Auslöser eines akuten Hörsturzes mannigfaltig.
Nicht in allen, doch in den meisten Fällen bleiben Betroffene bei Hörstürzen arbeitsfähig. Sie können ihr Leben wie gewohnt weiterführen, sind aber dann oft während der Zeit eines Hörsturzes auf eine Hörhilfe angewiesen und müssen ein Hörgerät tragen. Zu Beginn ist es allerdings ratsam, Stress zu vermeiden und sich nicht zu viel zuzumuten, da auch der mit dem Gehör verbundene Gleichgewichtssinn beeinträchtigt ist.





