Welches Bild haben Guthörende vor Augen, wenn sie mit dem Begriff „Hörbehinderung“ konfrontiert werden? Oft ist es wohl das Bild eines laut sprechenden älteren Menschen mit dümmlichem Gesichtsausdruck, der oft nachfragt und in dessen Gegenwart man damit rechnen muss, seine Stimmbänder überzustrapazieren.
Dieses Bild ist längst veraltet – oder war so wohl niemals korrekt. Da das Handicap Hörbehinderung in vielen Fällen genetisch bedingt ist, sind es keineswegs nur ältere Menschen, die daran leiden. Die Anzahl Hörbehinderter in der Schweiz wird auf 700'000 geschätzt. Genaue Zahlen sind leider nicht vorhanden. (pro audito schweiz und das WHO gehen von über einer Million Menschen mit einem Hörverlust von mehr als 25 Dezibel in der Schweiz aus.) Bekannt ist jedoch, dass Hörbehinderungen ständig zunehmen – gerade auch bei jungen Menschen, die sich ungeschützt sehr lauter Musik oder anderem Lärm aussetzen. Auch wird vermutet, dass viele Menschen unter einer geringen Schwerhörigkeit leiden, ohne dies zu wissen. Deswegen werden nun auch vermehrt kostenlose Hörtests angeboten.
Alma Lanz
Sichtbar unsichtbarHandicaps verständlich kommunizieren
Rüegger Verlag
Weitere Informationen über Hörbehinderung finden Sie bei www.pro-audito.ch





