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Nuckeln verzögert Sprachentwicklung

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Kleinkinder die zu lange nuckeln können nicht nur mit der Zahnstellung Probleme haben. Es können gravierende Sprechstörungen daraus entstehen.

Kleinkinder, die über zu lange Zeit an Daumen, Schnuller oder Babyflasche nuckeln, leiden dadurch im Kindergartenalter häufiger an Sprechstörungen. Das berichten chilenische und US-amerikanische Kindermediziner in der Zeitschrift „BMC Pediatrics“. Langes Stillen schützt hingegen vor den negativen Auswirkungen, so die Forscher. Kinder, die mehr als drei Jahre lang Schnuller, Flasche oder Daumen nuckelten, waren dreimal häufiger von Sprachstörungen betroffen.

Nuggi oder Schnuller

Die Kinderärzte empfehlen daher, Kinder nach dem dritten Lebensjahr vom Nuckeln zu entwöhnen. „Für das Sprechen werden 42 Muskeln beansprucht. Je länger sich ein Fremdkörper im Mund behindert, desto stärker werden diese durch die Automatisierung des Nuckelns umprogrammiert“, erklärt der deutsche Bundesverband für Logopädie. Betroffen seien vor allem die Muskeln der Zunge. Die Bewegungsfähigkeit dieses zentralen Sprechorgans werde besonders eingeschränkt. Als Konsequenz des permanenten Lutschens komme es bei Kindern häufig zu einer Störung, die eine richtige Artikulation erschwert. Im schlimmsten Fall können Kinder die nicht artikulierbaren Laute auch nicht genau unterscheiden und aus der Sprechstörung entwickelt sich eine Sprachstörung.
Spektrum Hören 1-2010