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handyhaiku von Oliver Bendel

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QR

Der Hamburger Haiku Verlag www.haiku.de hat in diesen Tagen eine Novität von Oliver Bendel publizert. Die Gedichte sind nicht nur in Textform abgedruckt, sondern auch in Form von QR-Codes. Diese gehören zu den 2D-Codes und können mit einem Handy mit Kamera eingescannt werden. Sie Software - den QR-Code-Reader - gibt es kostenlos z.B. auf www.kaywa.com oder für geringe Beträge in speziellen mobilen Shops. Nach dem Scannen eines Codes erscheint auf dem Display der entsprechende Text. Mehrere Texte werden in einer Liste angeordnet. Haikus können so per SMS an Bekannte versandt werden.

Was motiviert Professor Dr. Oliver Bendel, seines Zeichens Wirtschaftsinformatik-Professor an der FHNW, literarisch "hybride" Formen zu entwickeln:

"Im Kontext der Digitalisierung interessieren mich vor allem die literarischen Aspekte und Experimente. Seit 2007 habe ich - zusammen mit aufgeschlossenen Medien - das Genre der Handyromane www.handyroman.net im deutschsprachigen Raum bekannt gemacht. Etwa 80 Beiträge sind in Zeitungen, Zeitschriften, Radio und Fernsehen über meine Serien mit Lucy Luder www.lucyluder.net und Handygirl www.handygirl.info und meinen Einzelroman "lonelyboy18" erschienen. Eine Übersicht über alle Beiträge sind auf www.oliverbendel.net zu finden. Dort ist auch ein Verzeichnis meiner Veröffentlichungen - mitsamt den gedruckten Romanen www.l-lv.de - verfügbar.

Mit der Verwendung von 2D-Codes in der Literatur wage ich einen weiteren Schritt. Nach meiner Überzeugung werden in der Zukunft insbesondere die 3D-Codes das Publikationswesen bereichern und - Papier als Speichermedium im mehrfachen Sinne - hybride Formen aufkommen lassen. Ein Beispiel dafür sind Lehrbücher, die nach jedem Kapitel den Download vonTests und Videos auf das Handy erlauben. Der Benutzer muss nicht online sein, weil die Daten im Code selbst enthalten sind - ein Vorteil angesichts zunehmnder Spam- und Überwachungsversuche. 3D-Codes speichern je nach Ansatz bzw. Anzahl der Farben Texte, Töne, Bilder und Videos mit einer Grösse von 1 MB bis 1 GB. Dadurch werden nicht zuletzt neue Möglichkeiten für literarische Erzählformen eröffnet.

2D-Codes sind längst ein nicht mehr wegzudenkender Teil unseres Alltags. Bei Tickets, Postsendungen und Steuererklärungen spielen sie eine Rolle, auf Werbeplakaten und Visitenkarten. Wie bei meinen Handyromanen korreliert die elektronische Form mit dem literarischen Inhalt. Die Handyhaikus erzählen von unserer technisierten und medialisierten Zeit, fangen unsere mobile Welt ein, lassen künstliche Kreaturen und Maschinenmenschen auftauchen und spiegeln Figuren der (Handy-)Romane wider."

In Deutschland und Österreich ist ein weiterer Haikuband von Oliver Bendel erhältlich ("stöckelnde dinger"). Diesen kann man sich per Premium-SMS-Dienst auf das Handy holen. Weitere Informationen über den Verlag Blackbetty Mobilmedia www.mobilebooks.com.

Die nachfolgenden 3 handyhaikus stammen aus Oliver Bendels "handyhaiku", Verlag Erika Wübbena, Hamburger Haiku Verlag:

an den waenden mein

an den waenden mein / vernachlaessigtes handy / auf steckdosenjagd

mit handygirl im


mit handygirl im / fahrenden zug sie lehnt sich / aus ihrem fenster

der minotaurus



der minotaurus / im qr-code-labyrinth / hohe fluchtgefahr